Wann baut man ein laufendes Produkt neu, und wann baut man es weiter aus? Bei FewoPilot, meiner Verwaltungssoftware für Ferienwohnungen, habe ich mich für den Neuaufbau entschieden. Die Antwort hängt an einigen prüfbaren Kriterien.
Vier Kriterien für einen Neuaufbau
Ein Neuaufbau ist aus meiner Sicht dann eine ernsthafte Option, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:
1. Das Datenmodell trägt neue Funktionen nicht ohne Umbau. Jede Erweiterung zwingt dazu, bestehende Tabellen und Abläufe aufzubrechen. 2. Grundlegende Anforderungen fehlen und lassen sich nicht nachrüsten. Ein Beispiel ist die saubere Trennung der Daten mehrerer Betriebe: Sie nachträglich einzuziehen ist riskanter, als sie von Anfang an vorzusehen. 3. Fehler lassen sich nicht mehr zuordnen. Wenn niemand nachvollziehen kann, woher ein Datensatz stammt, kostet eine Korrektur schnell mehr, als die Funktion wert ist. 4. Der Aufwand für Änderungen steigt mit jeder Funktion. Dauern kleine Anpassungen immer länger, weil alles mit allem zusammenhängt, arbeitet das Produkt gegen die Weiterentwicklung.
Trifft nur ein Punkt zu, ist Ausbau mit gezieltem Umbau meist der günstigere Weg.
Was das bei FewoPilot bedeutet
Für das neue Fundament habe ich Regeln festgelegt, die für jede Funktion gelten. Die Daten jedes Betriebs sind auf Datenbankebene voneinander getrennt. Jede Buchung trägt ihre Herkunft mit, also ob sie aus einem Buchungsportal, aus einem Kalender oder von Hand kam. Buchungen aus externen Quellen behalten deren eindeutige Kennung, damit beim nächsten Abgleich nichts doppelt angelegt wird. Und jeder Abgleich wird protokolliert, mit Ergebnis und Fehlern. Solche Regeln kosten am Anfang Zeit. Später müssen sie bei neuen Funktionen nicht jedes Mal neu verhandelt werden.
Datenübernahme ist Detailarbeit
Beim Umzug von Bestandsdaten tauchen Probleme auf, die man vorher selten sieht: unvollständige Altdaten und uneinheitliche Formate aus verschiedenen Buchungsquellen. Eine automatische Zuordnung kann einen Teil abdecken. Den Rest muss jemand von Hand prüfen. Vor einem Umzug in den Echtbetrieb gehört deshalb ein Probelauf, der zeigt, wie viel Handarbeit übrig bleibt.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Neuaufbau lohnt sich, wenn mehrere Kriterien zutreffen, etwa wenn das Datenmodell neue Funktionen nicht trägt oder Änderungen immer aufwendiger werden.
- Trifft nur ein Kriterium zu, ist gezielter Umbau meist der günstigere Weg.
- Feste Regeln gelten für jede neue Funktion, etwa Datentrennung pro Betrieb, nachvollziehbare Buchungsherkunft und protokollierte Abgleiche.
- Eine Datenübernahme braucht einen Probelauf und die manuelle Prüfung der Sonderfälle.